Mittwoch, 17. Oktober 2018

INTERNIERTE IN DER SCHWEIZ

SCHWERPUNKT 1
Zuflucht in der Schweiz
Während des 2. Weltkrieges wurden in der Schweiz zahlreiche Lager für Schutzsuchende eingerichtet. Dies betraf rund 105 000 Soldaten und etwa 60 000 Zivilisten. Die Soldaten wurden interniert. Das bedeutete, dass die Schweiz sie entwaffnen und im Land behalten musste. So kamen Menschen aus verschiedenen Armeen, verschiedenen Nationalitäten und unter verschiedensten Umständen in die Schweiz. Sie wurden in Heimen, in leer stehenden Hotels oder bei Privaten untergebracht und versorgt. Dabei erging es ihnen ganz unterschiedlich.

SCHWERPUNKT 2
"Conzentrationlager" als Internierungslager
Im Juni 1940 wurde die Schweiz unvorbereitet von einem regelrechten Flüchtlingsstrom aus Frankreich und Polen überrollt. Um all diese Leute versorgen zu können, wurden zwei Grosslager gebaut. Dort wurden schliesslich möglichst viele Internierte konzentriert auf kleinem Raum zusammengebracht. Es entstanden zwei Barackendörfer.

In Büren an der Aare (Kanton Bern) entstand das grösste Barackendorf mit 120 Baracken, einem Wachturm und Stacheldrahtzaun rundherum.

Im Luzerner Wauwilermoos entstand das grösste und am längsten benutzte Straflager für Internierte. In diesen 22 Baracken landeten die Soldaten, die einen Fluchtversuch aus ihrer Unterkunft unternommen hatten.

SCHWERPUNKT 3
Straflager Wauwilermoos
Die Haftbedingungen unter der Führung des Lagerkommandanten André Béguin (Bewunderer von Hitler und Mussolini) waren grauenvoll. Béguin war für seine Schikanen, Erniedrigungen oder willkürlichen Strafen bekannt.
Beispiele:
1. Fünf Tage Arrest für einen nicht zugemachten Knopf.
2. Fünf Tage Arrest, wenn einer sich nicht vollständig angezogen mit Gurt und bis oben zugeknöpft in den Waschraum begab.
3. Polizehundbegleitung auf dem Weg zur Kirche etc.
Ausserdem war der bauliche Zustand des Lagers und die Versorgung der Häftlinge miserabel. Die mangelnde Hygiene auf viel zu engem Raum machte die Soldaten krank. Die Behörden wussten von den Bedingungen, reagierte aber nicht.

SCHWERPUNKT 4
Gelungene Internierung in Triengen (LU)
Das Dorf Triengen nahm die algerischen Soldaten (Kolonialisten Frankreichs) zuerst zurückhaltend auf. Viele der Internierten waren Schwarze, was für die Triengner zuerst ein Schock war. Nur wenige Triengener verstanden zudem Französisch. Als sich aber die Soldaten auf den Bauernbetrieben als fleissige Arbeiter erwiesen, schwand das Misstrauen. Ein wesentliche Voraussetzung für die gute Integration der algerischen Soldaten in Triengen war, dass sie nicht von der Bevölkerung abgeschottet , sondern sofort als nützliche Arbeiter eingesetzt wurden. Denn auf den Bauernbetrieben herrschte wegen der Mobilmachung Arbeitskräftemangel. Die Integration klappte schlussendlich so gut, dass die Armee- und die Zivilbehörden Angst bekamen, dass sich die Einheimischen (besonders die Frauen) den Soldaten zu nahe kommen könnten. Letzten Endes kam es zu einer übereilten Verlegung der Einheit, was viele Triengener (-innen) bedauerten.



Persönliche Gedanken, Gefühle und Meinungen zu meinem Thema
Für mich war es spannend zu erfahren, wie die Schweiz mit so vielen Flüchtlingen, die auf einmal kamen, umging. Dabei gefiel mir besonders das gelungene Beispiel im Bauerndorf Triengen. Ich musste etwas darüber Schmunzeln, dass die zuerst so fremd anmutenden Algerier schlussendlich vor allem bei den Frauen sehr beliebt waren. Ich kenne Leute, die in Triengen wohnen. Es ist bekannt, dass es heute Triengener mit algerischem Einschlag gibt, da sie von einem Grossvater zu Internierungszeiten während des 2. WK abstammen.

Bedrückend fand ich die Beschreibungen des Straflagers Wauwilermoos. Wie es da zu und her ging erinnert mich zu sehr an die Konzentrations- und Arbeitslager unter der Deutschen Armee. Weil wir aber als Schweiz damals "neutral" waren, hätte meiner Meinung nach so etwas Schlimmes bei uns nicht passieren dürfen. Allerdings kann ich aber auch verstehen, dass es schwierige Zeiten waren, und  es vermutlich nicht einfach war, für alles die richtige Lösung und Leute zu finden, die wirkliche humanitäre Verantwortung übernahm.

Aktuelle Bedeutung meiner Thematik
Auch heute stehen wir vor einer grossen Herausforderung betreffend Flüchtlingspolitik. Rundherum sind Krisenherde zu vermerken, die Menschen zur Flucht antreiben. Dabei stehen wir vor der grossen Frage, wie man als Land richtig damit umgehen soll. Diese Flüchtlingsströme lösen grosse Ängste aus. Im Moment kann man die Lage in der Schweiz noch in keiner Weise mit der des 2. WK vergleichen. Doch zukünftig könnte so etwas ähnliches wieder passieren. Die Vorstellung fremde Leute aus gänzlich anderen Kulturen plötzlich bei sich zu Hause einquartieren zu müssen ist sehr speziell. Alle zusammen in Sammellager zu sammeln und von der Bevölkerung zu separieren birgt aber auch gewisse Gefahren. Eine für alle Seiten stimmige Lösung zu finden ist unheimlich schwer.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen